Gottfried Herrman

Herrmann Gottfried Andante E Polacca Tp24

Andante e Polacca
für Trompete und Klavier

Gottfried Herrman

Gottfried Herrman (1808-1878)

Gottfried Herrmann stammte aus einer alten Musikerfamilie, die in der kleinen thüringischen Residenzstadt Sonderhausen in herzoglichen Diensten stand, und erhielt dort eine traditionelle Erziehung. Zwischen 1813 und 1826 wohnt die Familie in Nordhausen, wo der junge Gottfried das Gymnasium besucht und bei dem Organisten Seebach den ersten Klavierunterricht nimmt. Dank den Anregungen August Mühlings (1786-1847), eines hervorragenden Musikers der Leipziger Schule, kennt das Städtchen ein äusserst reges Musikleben. Bei ihm setzt Gottfried seinen Klavier- und Orgelunterricht fort, während ihm sein Vater, der ein sehr guter Violinist und Pädagoge war, die Grundkenntnisse im Geigenspiel vermittelt.

Der junge Gottfried erweist sich als eine so ungewöhnliche Begabung, dass der berühmte Louis Spohr (1784-1859) ihn in Kassel unter seine Fittiche nimmt und seine musikalische Ausbildung vollendet, ohne das geringste Honorar zu verlangen. Gleichzeitig erlernt Gottfried Herrmann Musiktheorie bei Moritz Hauptmann (1792-1868), Spohrs begabtem Kollegen am Hoforchester Kassel.

Auf Spohrs Empfehlung hin wird Gottfried Herrmann im Jahre 1827 als 1. Violine an das Hoforchester Hannover verpflichtet; dort ergreift er auch die Gelegenheit, sich bei Aloys Schmitt im Klavier- und Orgelspiel weiterzubilden. In diese Zeit fällt die Entstehung des "Andante e Polacca" für Trompete in D und Orchester. 1829 engagiert ihn das Stadtorchester Frankfurt; in dieser Stadt lernt er auch Ferdinand Ries und Schnyder von Wartensee kennen.

Die Julirevolution von 1830 und die nachfolgenden Unruhen, die weite Gebiete am Rhein erfassen, bewegen die Brüder Herrmann (sein Bruder Karl (1810-1890) war ein geschätzter Klarinettist), in die Heimat, nach Nordhausen, zurückzukehren. Im Jahre 1833, ein Jahr nachdem er als stellvertretender Organist in die Hansestadt Lübeck gerufen wurde, wird er – einstimmig unter 35 Kandidaten – in seiner Eigenschaft als Organist, Komponist, Geiger, Klaviervirtuose, Dirigent und Chorleiter zum städtischen Musikdirektor ernannt. Diesem Aufgabenkreis widmet er den Rest seines Lebens.